FM-ZF mit A220

FM-ZF-Verstärker und Demodulator mit dem RFT-IC A 220

Diese Schaltung habe ich vor ungefähr 30 Jahren mal ge-baut. Die Platine lag noch immer in meiner alten Bastel-kiste. Vor einiger Zeit habe ich sie „ausgebuddelt“, gereinigt (30 Jahre hinterlassen einiges an Staub) und angeschlossen. Das Teil funktioniert noch immer!

Die Funktion der Schaltung ist recht einfach. Die ZF (10,7 MHz) gelangt vom UKW-Tuner zur ersten Verstärkerstufe. Der Transistor SF 235 wurde damals für allgemeine HF-Anwendungen entwickelt und eignet sich sehr gut als erste ZF-Stufe. Danach wird das ZF-Signal in einem 4-Kreis-Filter „gereinigt“ und gelangt zum A 220, welcher das Signal weiter verstärkt und begrenzt. Außerdem übernimmt der A 220 die Demodulation des Signals. Dafür ist an den Pins 7 und 9 in weiterer auf 10,7 MHz abgeglichener Phasenschieberkreis vorgesehen. Der Parallelwiderstand (1,8 KOhm) bedämpft den Schwingkreis und sorgt für eine bessere Linearität der Demodulation.
Am Pin 8 wird das demodulierte NF-Signal über den 2,2-µF-Kondensator abgenommen. Der 22-nF-Kondensator erzeugt zusammen mit dem IC-internen Arbeitswiderstand die Deemphasis, welche die Höhenanhebung der FM-Modulation kompensiert. Soll ein Stereo-Decoder nachgeschaltet werden, ist dieser Kondensator auf 1 nF zu verringern. Er soll nur ZF-Reste ausfiltern, nicht aber das MPX-Signal, das bis 53 kHz reicht, beschneiden. Die Deemphasis wird dann am Ausgang des Decoders realisiert.
Der 5,1-kOhm-Widerstand an Pin 5 beeinflußt den an Pin 8 abgegebenen NF-Pegel. Wenn man keinen Stereo-Decoder anschließt und den Widerstand durch ein Potentiometer erstetzt, kann man dieses als Lautstärkesteller verwenden.

Der A 220 wurde ursprünglich für die Verarbeitung des Fernsehtones entwickelt. Dessen ZF lag je nach Norm bei 5,5 bzw. 6,5 MHz. Er kann aber ohne Probleme auch die 10,7 MHz-ZF des UKW-Hörfunkes verarbeiten.
Es gab mit dem TBA 120 übrigens einen identischen „West“-Schaltkreis…

Die Stromversorgung ist relativ unkritisch. Der A 220 arbeitet mit 12 bis 15 Volt, erlaubt sind maximal 18 Volt. Die Stromaufnahme der Schaltung beträgt etwa 20 mA. Eine Stabilisierung der Betriebsspannung ist ratsam und läßt sich mit einem Festspannungsregler aus der 78xx-Serie (7812 oder 7815) einfach realisieren. Eine Z-Diode, z.B. eine SZ 600/12 aus dem Halbleiterwerk Frankfurt/Oder, mit entsprechendem Vorwiderstand tut es aber auch.